Jessica Martin schafft es, ein sehr nischiges Thema sensibel zu behandeln. Ageplay ist sicher nichts, womit sich jede*r identifizieren kann, aber hier geht’s weniger um den Fetisch, sondern viel mehr um Vertrauen, Verletzlichkeit und emotionale Intimität.
Die Figuren sind sympathisch und nachvollziehbar. Besonders Louis wirkt sehr menschlich mit seinen Unsicherheiten. Andreas’ ruhige, beschützende Art bildet einen schönen Kontrast – es gibt echtes Herz zwischen den Zeilen.
Was mir gefallen hat:
Die Dialoge wirken echt, ohne kitschig zu sein.
Der Einblick in eine ungewöhnliche Szene ist spannend, ohne voyeuristisch zu werden.
Es gibt Emotion, Spannung, Zärtlichkeit – alles ausgewogen.
Was mich ein bisschen gestört hat:
Der Plot ist recht vorhersehbar – das „Geheimnis“ von Louis ahnt man recht früh.
Einige Passagen wiederholen sich emotional; da hätte man etwas straffen können.
Wenn man die Szene gar nicht kennt, kann’s stellenweise etwas erklär lastig wirken.
Fazit
Always a Middle Play ist eine gefühlvolle, ehrliche Liebesgeschichte mit Mut zu ungewöhnlichen Themen. Es ist kein klassischer Romance-Schmöker, sondern eher was für Leser*innen, die gern in neue Perspektiven eintauchen und keine Angst vor emotionaler Tiefe haben. Ein bisschen vorhersehbar, aber warmherzig, mutig und mit viel Gefühl geschrieben