Rezensionen02



Als ich „Unholy – Weil wir Sünder sind“ gelesen habe, hatte ich gehofft, eine düstere, tiefgehende Geschichte zu bekommen, die moralische Grauzonen auslotet und mich emotional wirklich packt. Stattdessen blieb ich oft mit dem Gefühl zurück, dass das Buch mehr verspricht, als es letztlich hält.
Die Figuren wirkten für mich stellenweise unausgereift. Ich konnte ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehen, und gerade in emotional geladenen Momenten hatte ich das Gefühl, dass die Autorin Abkürzungen nimmt, anstatt echte Charakterentwicklung zu zeigen. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zu den Protagonist*innen aufzubauen.
Auch der Plot hat mich nicht konsequent überzeugt. Einige Wendungen kamen für meinen Geschmack zu abrupt, fast so, als ob Spannung künstlich erzeugt werden sollte. Besonders enttäuschend fand ich, dass moralische und religiöse Themen zwar angeschnitten, aber nicht wirklich vertieft wurden. Da hätte ich mir mehr Mut, mehr Komplexität und weniger Schwarz-Weiß-Denken gewünscht.
Sprachlich ist das Buch solide, aber nichts, was mich nachhaltig beeindruckt hätte. Immer wieder stolperte ich über Dialoge, die für mich nicht authentisch klangen oder zu melodramatisch wirkten.
Insgesamt wurde ich mit „Unholy – Weil wir Sünder sind“ nicht richtig warm. Es ist kein schlechtes Buch – aber eines, von dem ich mir deutlich mehr Substanz, emotionalen Tiefgang und narrative Konsequenz erhofft hatte



Als ich Azraelle – Engel des Todes gelesen habe, war meine Erwartung klar: eine düstere, atmosphärische Geschichte über eine gefallene oder zumindest moralisch vielschichtige Todesbotin. Und genau hier begann für mich das zentrale Problem des Romans. Obwohl der Klappentext eine unerbittliche, komplexe Figur nahelegt, blieb Azraelle für meinen Geschmack überraschend blass. Ich hatte mir eine Protagonistin gewünscht, deren innere Konflikte mich mitreißen, doch oft wirkten ihre Entscheidungen eher konstruiert als emotional nachvollziehbar. Stilistisch schwankte das Buch für mich zwischen eindrucksvollen Momenten und Passagen, die sich zu stark in Beschreibungen verloren und dadurch an Tempo einbüßten. Es gab Szenen, in denen ich völlig gefesselt war, nur um wenige Seiten später wieder aus der Handlung herauszufallen, weil Dialoge gezwungen oder zu melodramatisch klangen. Auch einige Nebenfiguren blieben für mich sehr schematisch; sie schienen weniger wie Menschen und mehr wie funktionale Werkzeuge für den Plot. Was ich dem Buch allerdings lassen muss: Die Grundidee fasziniert mich immer noch. Die Welt, die hier angedeutet wird, hat Tiefe, und manche Bilder sind mir wirklich im Gedächtnis geblieben. Hätte der Roman diese Stärken konsequenter genutzt – und der Hauptfigur mehr echte Abgründe, Widersprüche und Verletzlichkeit zugestanden –, wäre ich wahrscheinlich deutlich begeisterter gewesen. Unterm Strich bleibt für mich ein Werk mit starkem Potenzial, das mich aber emotional nicht so erreichen konnte, wie ich es mir erhofft hatte. Trotzdem gibt es 4 Sterne für diese Geschichte>



Als ich True King: Empty gelesen habe, wurde ich sofort wieder von L. M. Dalgleishs Schreibstil abgeholt. Ihre Art zu erzählen ist atmosphärisch und angenehm flüssig, sodass ich leicht in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders die erotischen Szenen fand ich sehr gelungen – intensiv, stimmungsvoll und mit einer spürbaren Verbindung zwischen den Figuren, ohne überladen zu wirken.
Trotzdem gab es Momente, in denen mich die Charaktere ein wenig herausgefordert haben. Manchmal wirkten ihre Reaktionen für meinen Geschmack etwas überdramatisch oder wiederholten sich, sodass ich gelegentlich die Augen verdreht habe. Es war nicht so, dass ich sie unsympathisch fand – eher, dass ich mir manchmal etwas mehr Entwicklung oder Klarheit gewünscht hätte.
Insgesamt habe ich das Buch aber gerne gelesen. Die starken Szenen, der gute Schreibstil und die emotionale Grundstimmung haben für mich überwogen. True King: Empty hat zwar ein paar kleine Schwächen in der Figurenzeichnung, bietet aber trotzdem eine fesselnde, intensiv erzählte Geschichte.



Ich habe dieses Buch mit gemischten Gefühlen begonnen – einerseits neugierig auf die Vorlage zur erfolgreichen Serie Till the End of the Moon, andererseits etwas skeptisch, ob die Romanfassung mich genauso packen würde. Und tatsächlich: Es hat mich überrascht. Nicht in jeder Hinsicht perfekt, aber auf viele Arten berührend.
Inhalt (spoilerfrei)
Die junge Kultivatorin Li Susu reist – mit einer kaum vorstellbaren Mission – 500 Jahre in die Vergangenheit, um den sterblichen Prinzen Tantai Jin daran zu hindern, sich in den Dämonengott zu verwandeln, der einst die Welt zerstören wird. Unterwegs übernimmt sie den Körper von Ye Xiwu, einer Generalstochter, erlebt Intrigen, Machtkämpfe und spürt, wie eine Begegnung alles verändern kann.
Mein Leseeindruck
Was mich gleich gefesselt hat: Die Welt – sie ist nicht einfach Fantasy „von der Stange“. Die Mischung aus chinesischem Kultivator-Setting, Zeitreise-Elementen und Romantik sorgt für Tiefe und Atmosphäre. Der Schreibstil ist an manchen Stellen poetisch, bildhaft – man spürt förmlich die Dunkelheit, die über Tantai Jin schwebt, und das innere Ringen von Li Susu.
Li Susu ist eine starke Figur: zielstrebig, nicht perfekt, mit Verletzlichkeit und Mut zugleich. Tantai Jin ist geheimnisvoll, düster – er wirkt oft mehr Opfer des Schicksals als reiner Bösewicht. Das gefällt mir sehr, weil hier Grau-Zone entsteht, nicht nur Schwarz-Weiß.
Die Dynamik zwischen ihnen entwickelt sich langsam, mit zahlreichen Andeutungen, Spannungen und subtilen Wendungen. Man spürt: Hier baut sich etwas auf – und das macht Lust auf mehr.
Was funktioniert gut
Das Setting ist atmosphärisch stark: Die Zeitreise-Komponente, die Kultivatorwelt, die düstere Prophezeiung – alles passt zusammen und wirkt stimmig.
Figuren mit Tiefe: Besonders die Hauptfiguren haben mehr als eine Schicht, was das Lesen lohnenswert macht.
Stil & Gestaltung: Laut Angaben enthält die deutsche Ausgabe Illustrationen, Farbschnitt, Charakterkarte – das macht schon beim Anfassen Freude.
Wo es hakt
Manchmal zieht es sich: Gerade in den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, die Handlung nimmt sich Zeit, um in Gang zu kommen. Ein Leser mit weniger Geduld könnte hier abbrechen.
Viele Namen, Verstrickungen und Hintergrunddetails: Wer nicht gern viel Weltaufbau liest, könnte sich überfordert fühlen.
Die Slow-Burn-Romantik bedeutet: Große Gefühlsausbrüche oder schnelle Entwicklungen gibt es nicht sofort – man muss sich auf den Stil einlassen.
Fazit
„Till the End of the Moon 1“ ist für mich ein starker Auftakt einer Reihe, die sowohl Romantasy- als auch Fantasy-Fans viel bieten kann. Es ist keine leichte Lektüre, keine „fluffige“ Geschichte – sondern eine, die fordert: mit Tiefgang, Atmosphäre und emotionalem Gewicht.
Wenn du dich auf eine komplexere Liebesgeschichte einlassen magst, die in einer reich ausgestalteten Welt spielt und bei der mehr gefragt ist als nur romantische Oberflächenhandlung – dann würde ich dieses Buch definitiv empfehlen.
Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆ (4 / 5 Sterne)
Ich vergebe vier Sterne – mit Tendenz zu 4,5, wenn die folgenden Bände so weiter machen



Break My Frozen Soul hat mich viel tiefer berührt, als ich vorher erwartet hatte. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, vollkommen in der Geschichte zu versinken. Der Schreibstil ist nicht einfach nur schön – er fühlt sich warm, nah und überraschend vertraut an. Es war, als würde mir jemand direkt ins Herz erzählen.

Die Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie sind nicht perfekt, und genau das macht sie so greifbar. Ich habe mit ihnen gehofft, gelitten, gelacht und an vielen Stellen einfach nur gedacht: Ja, genauso fühlt es sich an. Es war, als würde ich Freunde begleiten, nicht bloß Figuren in einem Buch.

Für mich ist Break My Frozen Soul eines dieser Bücher, das man nach dem Lesen kurz auf den Schoß legt und tief durchatmen muss, weil es einen so viel fühlen lässt. Es hat mich bewegt, aufgefangen und gleichzeitig herausgefordert.

Ein Buch, das bleibt.



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