Einleitung: Warum ich zu diesem Buch gegriffen habe.
Ich liebe die poetische Sprache von Tahereh Mafi seit ihrer weltberühmten Shatter Me-Reihe. Als ich gesehen habe, dass ihr farbenfrohes Fantasy-Abenteuer unter dem deutschen Titel Fernerland bei Penguin erscheint, war mir sofort klar: Ich muss diese Geschichte lesen. Das wunderschöne, verspielte Cover hat mich direkt magisch angezogen.
Worum geht es? (Meine Zusammenfassung)
In der Geschichte begleite ich das junge Mädchen Alice Alexis Queensmeadow. Sie lebt in Ferenwood, einer zauberhaften Welt, in der Farbe die Landeswährung ist und jeder Mensch mit magischen Fähigkeiten und bunten Farben glänzt. Doch Alice ist anders: Sie ist vollkommen weiß – ohne Pigmente, ohne Farbe. Sie fühlt sich wie eine Außenseiterin und vermisst ihren Vater schrecklich, der vor drei Jahren spurlos verschwunden ist. Um ihn zu finden, muss Alice ihre Heimat verlassen und in das mythische, hochgefährliche Fernerland reisen. An ihrer Seite ist ausgerechnet Oliver, ein Junge, dem sie eigentlich überhaupt nicht vertraut. Im Fernerland ist nichts, wie es scheint: Unten kann oben sein, Papier ist lebendig und hinter jeder Ecke lauern bizarre Rätsel und Gefahren. Was mir besonders gut gefallen hat. Die skurrile, bunte Welt: Für mich fühlte sich das Lesen an wie eine moderne, noch verrücktere Version von Alice im Wunderland. Die Idee, dass Farbe Macht und Wohlstand bedeutet, fand ich absolut brillant und visuell wunderschön beschrieben. Der poetische Schreibstil: Tahereh Mafi schreibt einfach meisterhaft. Ihre Sätze sind voller Poesie, Wortwitz und Charme. Der allwissende Erzähler spricht die Leser manchmal sogar direkt an, was mir ein sehr gemütliches Gefühl beim Lesen gegeben hat. Die tiefgründige Botschaft: Obwohl es ein Buch für Leser ab 10 Jahren ist, stecken erstaunlich ernste und wichtige Themen darin. Es geht um Akzeptanz, Depressionen, Verlust und die große Kraft von Freundschaft und familiärem Zusammenhalt. Alice lernt im Laufe ihrer Reise, sich genau so zu lieben, wie sie ist. Die Charakterentwicklung: Alice ist herrlich dickköpfig, fehlerhaft und mutig zugleich. Ihre Reibereien mit Oliver haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Was man vor dem Lesen wissen sollteIch muss zugeben, dass ich am Anfang ein paar Kapitel brauchte, um mich in der extrem eigenwilligen Welt zurechtzufinden. Die Logik im Fernerland verdreht einem manchmal regelrecht den Kopf. Wer eine rein logische, klassische High-Fantasy-Welt sucht, könnte von der schieren Skurrilität und Absurdität mancher Szenen etwas überfordert sein. Man muss sich einfach auf den „Vibe“ der Geschichte einlassen.
Mein persönliches Fazit:
Fernerland ist ein fantasievolles, herzerwärmendes und wunderbar schräges Leseerlebnis. Es ist wilder als typische Jugendbücher und glänzt durch Mafis einmalige Sprachmagie. Ein Buch, das im Kopf explodiert wie ein bunter Farbkasten!
Ich vergebe für diese wundervolle Reise stolze 4 von 5 Sternen