Als ich Lucky of the Devil – Reckless Damned gelesen habe, war mein erster Eindruck, dass die Geschichte mich mit voller Wucht in ein chaotisches Geflecht aus Leidenschaft, Gefahr und emotionalem Overload wirft. Und genau darin lag für mich sowohl die Stärke als auch die größte Schwäche des Buches.
Ich mochte den düsteren Grundton und die Atmosphäre, die fast schon fühlbar war. Die Autorin schafft es, mich direkt in die moralisch grauen Zonen der Figuren hineinzuziehen. Besonders der Protagonist hat mich anfangs fasziniert – dieses zerstörerische Charisma, das Versprechen von Abgründen, die man eigentlich meiden sollte.
Aber je weiter ich kam, desto öfter habe ich mich dabei ertappt, wie ich genervt die Augen verdrehte. Manche Entscheidungen der Figuren wirkten für mich überdramatisiert, fast schon erzwungen, als ginge es weniger um innere Logik als darum, den nächsten Schockmoment zu erzeugen. Das hat mich zeitweise aus der Emotion herausgerissen.
Auch der Schreibstil war für meinen Geschmack manchmal zu sehr auf Effekt ausgelegt. Es gab Passagen, die ich stark fand – roh, direkt und bildlich. Und dann wieder Stellen, die wirkten, als hätte jemand versucht, „dunkel und gefährlich“ mit Gewalt herbeizuschreiben. Da hat mich das Buch etwas verloren.
Trotzdem muss ich sagen: Langweilig war es nie. Ich war oft frustriert, manchmal begeistert, gelegentlich irritiert – aber ich habe weitergelesen, weil die Grundidee und die Dynamik zwischen den Figuren eine magnetische Qualität hatten. Am Ende war ich zwar nicht voll überzeugt, aber ich habe das Buch definitiv gefühlt, und das schafft nicht jede Story
